Eine Frage der Erziehung

Ich habe viel über eine kurze Mail in der letzten Woche nachgedacht. Inhalt: „Ich möchte die Hose zurücksenden, mein Sohn mag sie nicht anziehen.“

Kurz zur Vorgeschichte: Mit jener ebay-Käuferin hatte ich lange um den Preis der Kinderhose gehandelt. Die akzeptierte unsere Preisvorstellung unter der Option, dass wir die Ware mit der günstigen, aber unversicherten Varinate der Warensendung verschicken. Das Risiko, dass die Ware auf dem Postweg verschollen geht, war sie bereit einzugehen. Für unsere Kunden machen wir ja (fast) alles.

Um so erstaunter war ich über jene kurze Mail. Heute traf nun die Ware retour bei uns wieder ein. Aber mich ließ die Frage nicht los, warum kann ein 4 – 5 jähriger Knirps hier den Ton angeben, welche Sachen getragen werden sollen und welche nicht? Ich gebe zu, genaue Datails kenne ich nicht und mir steht in diesem besonderen Fall möglicherweise kein Urteil zu. Jedoch bin ich selbst Vater eines Kindes in ähnlichem Alter – was die grundlegenden Dinge im Leben betrifft gebe ich als Elternteil hier den Ton an, bei welchem es keinen Wiederspruch gibt.

Ich bin als Vater der Mensch, an dem der Kleine sich orientiert, ein Vorbild zu dem er aufschaut, von dem er lernt. Wenn Papa was sagt, hat er Recht – er wird ja wissen, was er tut. Ich muss dem Kind für sein Leben die Richtung vorgeben. Das heißt Gebote erlassen und Verbote erteilen. Manchmal bin ich eben auch nicht der beste Freund meines Filius, wenn ich mich mit meiner Meinung duchsetze, welche von 40 Jahren Lebenserfahrung geprägt ist. Aber ich bin der Kommandeur, gebe die Richtung vor, die der Kleine einzuschlagen hat. Später wird er es verstehen, wenn er auf eigenen Beinen durchs Leben geht.

Das heißt, dass es zum Frühstück keine Gummibärchen gibt; und die Hose, die ich ihm morgens vorlege, wird getragen. Bisher hat es stets problemlos funktioniert. Die eingangs beschriebenen Probleme kenne ich überhaupt nicht.

Ich beobachte in den letzten Jahren immer bei den jungen Leuten – insbesondere bei den Nach-Wende-Jahrgängen – dass nicht sie sich auf die Welt einstellen müssen, sondern die Welt bitte sehr sich auf sie. Einfach wird es für diese Leute nicht, wenn Ihnen die gewisse Flexibilität fehlt, sich auf ständig neue Situationen einzustellen und diese zu meistern.

Sind Sie anderer Meinung? Schreiben Sie mir! Auch ich kann ja noch lernen.

(mrj)

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