In Coswig gehen die Uhren anders

Heute war es wieder soweit. Pünktlich um 11.11 Uhr wurden in gesamt Deutschland die Schlüssel der Rathäuser an das närrische Volk übergeben und Fröhlichkeit war wieder verordnet. In ganz Deutschland? Naja, in Coswig gehen die Uhren etwas anders. Da hat man die Schlüsselübergabe in den Feierabend um 17.11 Uhr gelegt. Nachdem die Narren aufmarschiert und das neue Prinzenpaar gekürt wurde, betrat erst um 20 nach um der Bürgermeister die Bühne vor dem Rathaus, um seiner Vertretung in der fünften Jahreszeit seinen unaufgeräumten Schreibtisch zu übergeben.

Bei Temperaturen um die 5 Grad frohren die leicht bekleideten Mädels der Funkengarde, die das diesjährigen Motto „Säxsch in de city“ gern unterstrichen. Aber hatten die nix anzuziehen? Die hätten mal jemand fragen sollen, der sich damit auskennt!

Nach ein paar Versuchen das Volk am Rande des Geschehens zu erheitern bzw. mit einzubeziehen, löste sich die Versammlung – wohl auch den unfreundlichen Temperaturen geschuldet – ziemlich schnell wieder auf. Coswig ist eben nicht Mainz oder Köln. Wenn Sie auch zum Karval möchten: Entsprechende Kostümierung – egal wo Sie feiern wollen – ist seit heute in all unseren Shops erhältlich.

Meinem Sohn hat übrigens der Lampionumzug von der Kirche durch die Stadt, der unseren Weg nach Hause kreuzte, besser gefallen als die Narren. Als ich die vielen warm eingepackten Lampion- und Kerzenträger sah, musste ich wieder an die kaum bekleideten Mädchen vor dem Rathaus denken. War es nicht der heilige Martin, der um 334 n.Chr. für einen armen, unbekleideten Mann an einem Tag im Winter am Stadttor von Amiens in einer barmherzigen Tat seinen Mantel mit dem Schwert teilte und ihm eine Hälfte gab? Neue Mäntel gibts übrigens … na Sie wissen schon wo.

(mrj)

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