Ein bisschen Statistik

Da beschwert sich doch ein gewisser Thilo Sarrazin, seines Zeichens inzwischen Ex-Bundesbank Vorstand, dass die Deutschen zunehmends aussterben. Zugegeben hat Westdeutschland, damit meine ich jetzt die sogenannten „alten“ Bundesländer, bis 2005 eine sinkende Geburtenrate zu verzeichnen. Waren es im Jahr 1990 nnoch 1,45 Babies pro Frau, sank die Zahl im Jahr 2005 auf ihren Tiefststand mit nur 1,36. Aktuell – na gut, so aktuell ist das statistische Bundesamt auch wieder nicht – also, in 2010 stiegt dieser Wert wieder leicht auf 1,39 Kind pro Frau.

Rein statistisch betrachtet, stellt sich der Osten Deutschlands dramatischer dar. Von 1,52 Kindern pro Frau im Jahr 1990 sank der Wert Mitte der 90iger Jahren auf nur 0,84 Kindern. Zur Erläuterung: Lag in der DDR das Alter der Mütter bei der Erstgeburt um Anfang 20. Ein zweiter Grund für den Einbruch der Geburtenzahl mag auch an der „schönen neue Welt“ liegen, so boten sich für die Menschen nunmehr unendlich viele neue Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen – und dies musste natürlich ausprobiert werden, bevor man sich in den letzten jahren wieder auf alte Werte besann.

Seither kämpft sich die Geburtenrate wieder nach oben und hat in 2010 mit 1,46 Kindern pro Frau einen neuen Nach-Wende-Rekord erreicht. Nebenbei bemerkt ist der Osten des Landes nunmehr statistisch gesehen kinderreicher als der Westen.

Sieht man die Zahlen aber im europäischen Vergleich liegen die Deutschen weit abgeschlagen mit einer geringen Nachwuchsquote auf Platz 32 – vor Lettland dem vorletzten Platz. Die durchschnittliche Europäerin bringt 1,60 Kinder zur Welt. Ganz vorn dabei Island mit 2,23 – na gut, da ist ja die meiste Zeit des Jahres kalt und wo ist es schöner als im Bett? Aber Irland folgt dicht mit 2,07 und Platz drei belegen unsere Nachbarn in Fankreich mit 2,00 Kindern pro Frau.

Sprach ich weiter oben von steigenden Zahlen im Osten der Republik. So hat meine Heimatstadt Dresden inzwischen die höchste Geburtenrate in Deutschland. Im vergangenen Jahr haben dort 5.819 junge Erdenbürger das Licht der Welt erblickt – das beste Argument für Filius24.de. Schauen Sie doch mal vorbei! Übrigens unseren Filius gibt es bald auch in Österreich, dort werde ja mehr Kinder als in Deutschland geboren – rein statistisch gesehen.

(mrj)

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